Cyber Wertik

Ursprünglich veröffentlicht von Taylor Wessing am 2026-01-12

24. Mai 2026 · 3 Min. Lesezeit

Im Inneren der FCA-Krypto-Konsultationstrilogie: Ein praktischer Leitfaden

Drei FCA-Konsultationspapiere, die Ende 2025 veröffentlicht wurden, legen die detaillierten Regelungen für britische Krypto-Unternehmen fest – von Handelsplattformen bis hin zu Marktmissbrauch. Wir analysieren die wichtigsten Vorschläge und entscheidenden Fristen.

Überblick über Krypto-Wallet-Arten zur sicheren Aufbewahrung digitaler Assets

Wenn die Ankündigung der britischen Regierung vom Dezember 2025 die Schlagzeile war, dann sind die drei Konsultationspapiere der Financial Conduct Authority das Kleingedruckte. Zusammen bilden CP25/40, CP25/41 und CP25/42 den detailliertesten regulatorischen Rahmenplan für Kryptoassets, den je eine bedeutende Finanzaufsichtsbehörde vorgelegt hat – und Unternehmen, die auf dem britischen Markt tätig sind, müssen verstehen, was darin steht.


CP25/40: Der Aktivitätsrahmen

Das erste Papier befasst sich mit der grundlegendsten Frage: Welche Kryptoaktivitäten erfordern eine FCA-Zulassung? Die Antwort lautet im Wesentlichen: alle. Handelsplattformen, Intermediäre, Kredit- und Darlehensdienstleistungen, Staking-Anbieter und sogar bestimmte Decentralised-Finance-Aktivitäten fallen in den Anwendungsbereich. Grössere Plattformen – solche mit einem jährlichen Durchschnittsumsatz von mehr als £10 Millionen – unterliegen zusätzlichen Pflichten, darunter Regelungen zum diskriminierungsfreien Zugang und erweiterte Transparenzanforderungen.

Für die Retail-Kreditvergabe schlägt die FCA insbesondere verbindliche Überbesicherungsanforderungen vor. Dies ist eine direkte Reaktion auf die Welle von Zusammenbrüchen bei Krypto-Kreditplattformen in den Jahren 2022–2023 und zeigt, dass die Aufsichtsbehörde die Schwachstellen der Branche eingehend analysiert hat.


CP25/41: Offenlegung und Marktmissbrauch

Das zweite Papier führt Anforderungen ein, die allen vertraut sein dürften, die im traditionellen Wertpapiermarkt tätig waren. Emittenten, die eine Zulassung auf britischen Handelsplattformen anstreben, müssen qualifizierte Offenlegungsdokumente für Kryptoassets vorlegen – im Wesentlichen Prospekte – einschliesslich einer zweiseitigen Zusammenfassung der wesentlichen Risiken. Das Marktmissbrauchsregime verbietet Insider-Handel und Marktmanipulation; grosse Plattformen sind verpflichtet, die On-Chain-Aktivität auf verdächtige Muster zu überwachen.

Hier wird die Regulierung wirklich neuartig. Die Überwachung von On-Chain-Aktivitäten auf Marktmissbrauch stellt eine technische Herausforderung dar, für die es in der traditionellen Finanzwelt keinen direkten Präzedenzfall gibt. Die FCA verpflichtet Plattformen damit effektiv dazu, Blockchain-Analysekapazitäten aufzubauen, die weit über die aktuellen Branchenstandards hinausgehen.


CP25/42: Prudenzielle Anforderungen

Das dritte Papier legt die finanziellen Puffer fest, die Kryptounternehmen vorhalten müssen. Die Eigenmittelanforderungen reichen von £75'000 bis £750'000, abhängig von den ausgeübten Aktivitäten, ergänzt durch zusätzliche Kapitaladäquanzstandards und öffentliche Offenlegungspflichten. Diese Werte sind so kalibriert, dass sie substanziell sind, ohne prohibitiv zu wirken – wobei kleinere Unternehmen die Compliance-Kosten als anspruchsvoll empfinden könnten.


Wichtige Termine

Das Zulassungsfenster öffnet sich im September 2026, wobei das vollständige Regime am 25. Oktober 2027 in Kraft tritt. Unternehmen, die derzeit unter dem vorläufigen Registrierungsregime tätig sind, müssen innerhalb dieses Zeitfensters die vollständige FCA-Zulassung beantragen. Die Frist für Konsultationsantworten endete im Februar 2026; die FCA wird voraussichtlich ihre endgültigen Regeln bis Mitte 2026 veröffentlichen.

Für Anleger und Marktteilnehmer lautet die praktische Schlussfolgerung: Der britische Kryptomarkt im Jahr 2027 wird sich grundlegend vom heutigen unterscheiden. Jene Unternehmen, die diesen Übergang erfolgreich meistern, werden regulatorische Compliance nicht als Hindernis, sondern als Wettbewerbsvorteil betrachten – dieselbe Lektion, die traditionelle Finanzdienstleister vor Jahrzehnten gelernt haben.

(empty input — no translatable content detected): Taylor Wessing